Schmerzen im Bereich der Unteren Ferse

Plantarfasziitis – Fersensporn – Baxternerv-Syndrom


Plantarfasziitis

Allgemeine Information

Die Plantarfasziitis ist die häufigste Erkrankungen der unteren/ plantaren Ferse. Die plantaren Fersenschmerzen beinhalten einen Komplex von Erkrankungen, die einzeln betrachtet und zunächst vom Arzt ausgeschlossen werden müssen. Dazu zählen:

Die Ansatzentzündung der Fußsohlensehne (Plantarfasziitis), der knöcherne Fersensporn, das schmerzhafte Überlastungsödem des Fersenbeines (Kalkaneodynie), das Baxter-Nerv- Syndrom, Schleimbeutelentzündung der Ferse, Überlastungsschmerzen der Ferse durch Fettschwund (Fettatrophie), Sehnenentzündungen i.R. von einer Grunderkrankung wie z.B. Morbus Bechterew, Rheuma, Gicht, Schuppenflechte und einige mehr.

Ist die Diagnose Plantarfasziitis gestellt, so werden zunächst konservative Behandlungen begonnen. Fast alle Patienten können konservativ behandelt werden. Um einige zu nennen: Dehnübungen, Krankengymnastik zur funktionellen Fußkorrektur, Weichbettungen, Stützeinlagen, Schuhkorrektur, Trainingskorrektur, lokale physikalische Behandlungen, lokale und systemische Medikamentengabe, Infiltrationen, Stoßwellenbehandlungen, Tapeverbände, Nachlagerungsschienen etc.

Ursachen

Sind die o.g. Diagnosen ausgeschlossen worden und haben die o.g. konservativen Behandlungen nicht zur Linderung der Beschwerden geführt, kann die Diagnose Plantarfasziitis sicher gestellt werden. Eine MRT Diagnostik unterlegt häufig den klinischen Befund. Es zeigen sich typischerweise Ödeme (Gewebereizungen) am Sehnenansatz, im Sehnengewebe und am Fersenknochen. Selten erkennt man auch einen Einriss der Plantarfaszie.

Operationsverfahren

Nur bei einem Bruchteil der Patienten mit Plantarfasziitis besteht die Indikation zur operativen Therapie. Die Idee der Therapie besteht darin, die entzündlich schmerzhaft verkürzte und verdickte Sehne an Ihrem Ansatz zu lockern, eine sogn. Dekompression. Da der Fersennerv direkt im OP Gebiet liegt, wird dieser ebenfalls dargestellt und von möglichen Engen befreit (siehe Baxter Nerv). Über einen medialen seitlichen Zugang wird zunächst der Großzehenabspreizmuskel (Musculus. abductor. hallucis) dargestellt, seine hintere Wand/ Faszie eingekerbt und der Fersennerv liberiert (Entrapment). Dann schwächt man die Plantarfaszie, indem man sie mittels Skalpell zur Hälfte einschneidet (Release).

Nachbehandlung

Bis zur sichern Wundheilung muss der Fuß hochgelagert und geschont werden. Gegebenenfalls in einer Schiene ruhiggestellt werden. Nach 14 Tage wird die Belastung an Gehstützen gesteigert. Eine Maximalbelastung ist erst nach 4 Wochen erlaubt. Bis zur Beschwerdefreiheit können dennoch drei bis sechs Monate vergehen.

Fersensporn

Allgemeine Information

Die Bezeichnung Fersensporn ist etwas veraltet und tritt als alleinige Erkrankung der Ferse kaum noch in Erscheinung. Früher bezog man sich auf die Röntgendiagnostik des Fußes. Hier sieht man sehr häufig eine knöcherne Ausziehung am unteren Fersenbein, eine Spornbildung/ Enthesiophyt genannt. Mittlerweile kennen wir weitaus mehr Erkrankungen der unteren Ferse, welche Schmerzen verursachen können. Der Sporn als alleinige Ursache ist kaum noch der Rede wert.

Ursachen

Knöcherne Ausziehung der Fußsohlenplatte (Plantarfaszie). Die chronische Reizung und Verkürzung führt zu Verkalkungen am Sehnenansatz. Im Röntgenbild erkenntman den typischen Sporn.

Operationsverfahren

Der Sporn kann chirurgisch abgetragen werden. Zusätzlich wird dann auch die verkürzte Plantarfaszie zentral eingekerbt. Diese Operation kann endoskopisch (minimalinvasiv) oder auch offen durch einen kleinen Schnitt an der Fußsohle (Mini Open) erfolgen.

Nachbehandlung

Der Fuß sollte bis zur sicheren Wundheilung nicht belastet werden. Nach 14 Tagen kann ein Belastungsaufbau erfolgen und eine langsame Beübung mit Physiotherapie und Fußmassagen begonnen werden.

Baxternerv-Syndrom

Allgemeine Information

Das Baxternerv-Syndrom ist eine seltene aber sehr wichtige Differentialdiagnose beim unklaren Fersenschmerz. Wie im Kapitel „Innenknöchel“ schon beschrieben, verläuft der Nervus tibialis posterior mit seinen Ästen hinter dem Innenknöchel durch den Tarsaltunnel. Hier gibt er einen Ast an die Ferse ab. Es handelt sich also um ein Nervenkompressionssyndrom am Fuß. Klinisch beklagen die Patienten Fersenschmerzen, Missempfindungen oder auch Taubheit. Eine Symptomverwechslung mit dem Fersensporn oder der Plantarfasziitis liegen nahe.

Ursachen

Die lateinische Bezeichnung des Baxternerves ist der Ramus calcanei des Nervus plantaris lateralis des Nervus tibialis posterior. Dieser kleine Fersenast überquert die Sehne des Großzehenbeugers im Tarsaltunnel und biegt in die Tiefe zur zentralen Fußsohle (Nähe zum Fersensporn) ab. Hier durchtritt er eine Muskelhaut (Faszie) des Großzehenabspreizmuskels (Musculus abductor hallucis). An dieser Muskelpassage ist der Ast eingeengt.

Operationsverfahren

Die Operation entspricht der OP des Tarsaltunnelsyndroms, wobei der Fokus der Nervenfreilegung auf den tiefen Ästen liegt. Die Nervenaufteilungen müssen akribisch dargestellt werden und von Verklebungen, Faszien oder in Ihren Engpässen freigelegt werden. Im Bereich des Muskeldurchtritts wird die Muskelhaut eingekerbt. Die Nervenchirurgie des Fußes ist eine hoch anspruchsvolle Behandlungsform und sollte nur erfahrenen Fußchirurgen überlassen werden.

Nachbehandlung

Bis zur sicheren Wundheilung erhält der Patient eine Gipsschiene und muss an Gehstützen entlasten. Eine Nachblutung soll somit vermeiden werden. Nach etwa 14 Tage kann ein Belastungsaufbau begonnen und sportliche Aktivitäten nach etwa 4 Wochen wieder aufgenommen werden.