Schmerzen im Bereich des Oberen Sprunggelenks

Gelenkveränderungen


Gelenkveränderungen

Allgemeine Information

Das obere Sprunggelenk besteht aus dem Sprungbein (Talus), dem Wadenbein (Fibula) und dem Schienbein (Tibia). Diese drei Gelenkpartner werden von einem Innenband- und einem Aussenbandkomplex, sowie von einer starren Gelenkkapsel stabilisiert. Das Gelenk ist ein Scharniergelenk und hauptsächlich für die Beugung und Streckung des Fußes verantwortlich. Drehbewegungen und Seitwärtsverschiebungen können nur bedingt toleriert werden. Die Funktion des Gelenkes ist abhängig vom Zusammenspiel mit den Sehnen und Muskeln des Unterschenkels und des Fußes. Ebenso ist Kommunikation mit dem unteren Sprunggelenk über den Talus eine wichtige Stabilitätskomponente des oberen Sprunggelenkes. Die Gelenkkapsel ist mit Gelenkschleimhaut überzogen und alle Gelenkflächen sind mit einer dicken Knorpelschicht bedeckt. All diese Strukturen, Knochen, Bänder, Knorpel, Sehnen, Gelenkschleimhaut können erkranken und somit Beschwerden hervorrufen. Im folgenden Kapitel „Ursachen“ werden die häufigsten Erkrankungen erklärt.

Ursachen

Eine Ursache für Beschwerden am oberen Sprunggelenk ist die Bandinstabilität. Dies kann die Außenbänder auch die Innenbänder betreffen. Desweiteren kommen besonders bei jüngeren Patienten Knorpel-Knochen-Erkrankungen vor, die sogenannten osteochondrale Läsionen am Talus. Es handelt sich hier um isolierte Areale, welche nicht mehr ausreichend metabolisch oder arteriell versorgt werden. Diese Nekrosezonen können Belastungsschmerzen verursachen, sich aber auch aus dem Gelenkverbund lösen und frei herumschwimmen („Gelenkmaus“, Osteochondrosis dissecans). Ursächlich kann eine chronische Innenbandinstabilität der Aussenbandinstabilität sein, welche dann auch therapeutisch angegangen werden muss.

Blockierende Schmerzen bei Streckung und Beugung können durch eine Knochenausziehung (Exostose) an der Schienbeinvorder-und Hinterkante verursacht werden. Selten auch am Talushals. Man nennt dieses das Impingement-Syndrom (Einklemmung) des oberen Sprunggelenkes. Es entsteht bei jungen, aktiven Menschen besonders aus den Lauf- und Sprungsportarten, aber auch bei Älteren als Zeichen für erste Verschleißerscheinungen (Arthrosen) des oberen Sprunggelenkes. Die Fußchirurgen unterscheiden zwischen dem hinteren/ posterioren und vorderen/ anterioren Impingement.

Sollten Knorpelerkrankungen und Instabilitäten fortschreiten, so entsteht die Arthrose des oberen Sprunggelenkes. Nicht selten auch nach schweren Unfallverletzungen, mit und ohne adäquater, operativer Versorgung. Besonders der Talus mit seiner speziellen Blutversorgung kann nach Sprungbeinbrüchen (Talusfrakturen) eine Nekrose und somit eine Arthrose entwickeln.

Operationsverfahren

Bandinstabilitäten werden durch spezielle Nahttechniken oder Sehenversatzoperationen chirurgisch stabilisiert (Aussenbandinstabilität, Innenbandinstabilität).

Osteochondrale Läsionen werden nur operativ behandelt, wenn sie Beschwerden machen.  Häufig handelt es sich um Zufallsbefunde, die weiter beobachtet werden sollten. Je nach Größe, Position und Schweregrad stehen unterschiedliche OP- Methoden zur Auswahl:

– Minimalinvasive Anbohrung der Knorpel/ Knochenzone soll eine Eigenreparation und Neuversorgung mit Gefäßen anstoßen
(Retrograde Anbohrung, Microfrakturierung)

– Refixation eines gelockerten Fragmentes

– Entfernung des Fragmentes und Transplantation eines körpereigenen Knorpel-Knochenblocks z.B. aus dem Kniegelenk
(z.B. OATS Zylinder- osteochondrale autologe Knorpel-Knochen Transplantation)

– Anfrischung des Defektes und Auflage einer Knorpelmembran
( z.b. AMIC® -Autologe Matrixinduzierte Chondrogenese)

– Anzüchtung und Transplantation von Knorpelzellen
(ACT-autologe Chondrocyten Transplantation)

Beim Impingementsyndrom werden störende Knochenausziehungen am an der ventralen oder dorsalen Sprunggelenkkante minimalinvasiv/ arthroskopisch oder selten auch offen abgetragen.

Bei fortgeschrittener Arthrose des Sprunggelenkes kommen ggf. die Versteifung (Arthrodese) des Gelenkes oder die Implantation einer Gelenkprothese in Betracht.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung richtet sich nach dem durchgeführten Verfahren. So kann man nach arthroskopischer Exostosenabtragung frühzeitig funktionell und schmerzangepasst wieder vollbelasten, während man z.B. nach einer Knorpel- Knochentransplantation eine Entlastung für mindestens drei Monate einhalten sollte.