Schmerzen im Bereich des Innenknöchels

Tarsaltunnelsyndrom – Innenbandschwäche


Tarsaltunnelsyndrom

Allgemeine Information

Schmerzen hinter dem Innenknöchel bezeichnet man als Tarsaltunnelsyndrom. In dieser Region verlaufen drei Sehnen des Fußes, Arterien/ Venen und ein Hauptnerv des Fußes, der Nervus Tibialis. Es handelt sich um das Engpass-Syndrom des Nervus Tibialis. Die Beschwerden reichen von lokalisierten Schmerzen hinter dem Innenknöchel bis hin zu schmerzhaften Ausstrahlungen, Missempfindungen oder Taubheit in der innenseitigen Ferse oder Fußsohle.

Ursachen

Alle anatomischen Strukturen des Tarsaltunnels und alle benachbarten Strukturen können den Nervus Tibialis in seinem Verlauf einengen. Typischerweise sind es Ganglien/ Zysten, die die Strukturen verdrängen und das Tarsaltunnelsyndrom hervorrufen. Auch können vergrößerte Venen (Varikose), Tumore, Knochenvorsprünge aus dem unteren Sprunggelenk oder Sehnenscheidenentzündungen die Ursache sein.

Eine radiologische, sonographische und klinische Diagnostik ist zwingend erforderlich. Ohne MRT- Diagnostik und Nervenmessungen kann die Diagnose kaum gestellt werden.

Operationsverfahren

Der Nerv muss in seinem gesamten Verlauf von oberhalb des Innenknöchels bis hin zu seinen Ästen der Fußsohle dargestellt werden. Dies bedarf eines großen Hautschnittes. Alle Sehen müssen begutachtet und knöcherne Überstände sowie mögliche Ganglion entfernt werden. Im Bereich der Ferse bzw. Innenseite der Fußsohle teilen sich die Äste des Nerven auf und geben wiederum einzelne Nervenäste ab. Diese müssen akribisch verfolgt und sorgsam freigelegt werden. Besonders ein Fersennerv, der BAXTER NERV, ist in seinem Durchtritt durch eine Muskelhaut manchmal eingeengt und verursacht dann ein schmerzhaftes Brennen der Ferse. Eine Differentialdiagnose zum Fersensporn. Eine chirurgische Verletzung sollte hier unbedingt vermieden werden.

Die Nervenchirurgie des Fußes ist eine hoch anspruchsvolle Behandlungsform und sollte nur erfahrenen Fußchirurgen überlassen werden.

Nachbehandlung

Bis zur sicheren Wundheilung erhält der Patient eine Gipsschiene und muss an Gehstützen entlasten. Eine Nachblutung soll somit vermeiden werden. Nach etwa 14 Tage kann ein Belastungsaufbau begonnen und sportliche Aktivitäten nach etwa 4 Wochen wieder aufgenommen werden.

Innenbandschwäche

Allgemeine Information

Das Innenband verläuft vom Innenknöchel zur innenseitigen Fußwurzel (Sprungbein und Kahnbein). Insgesamt besteht es aus fünf sehr kräftigen Faserzügen. Am Kahnbein hat es eine anatomische und funktionelle Nähe zum Spring-Ligament, dem sogenannten Pfannenband unter der Fußwurzel. Dieser Bandkomplex stabilisiert den Fuß gegen eine übermäßige Aussendrehung, stabilisiert beim Gehen in der Landephase und verhindert so ein übermäßiges Abrutschen des Fußes nach unten.

Meist sind Umknickverletzungen ursächlich für eine Innenbandschwäche. Bei der Innenbandschwäche muss der Fuß am krankhaften Absinken gehindert werden. Dies geschieht über eine vermehrte Anspannung im Vorfuß über en Großzehenbeugemuskel. Diese Kompensation macht sich dann als Sehnenscheidenentzündung des Großzehenbeugers ( M. flexor hallucis) bemerkbar. Dieser verläuft im Tarsaltunnel und kann ebenfalls Innenknöchelschmerzen verursachen.

Ursachen

Eine schmerzhafte Innenbandschwäche (Insuffizienz) resultiert zumeist aus alten Verdreh- und Umknicktraumen des oberen Sprunggelenkes mit anschließender unvollständiger Vernarbung.

Enorm wichtig ist es, dass Verletzungen oder Erkrankungen der benachbarten Strukturen nicht übersehen werden. Zu nennen sind: Tendinitis tibialis posterior beim Plattfuß, Knorpelschäden am Sprunggelenk, Arthrosen der Fußwurzel.

Operationsverfahren

Frische Innenbandrisse können mit kräftigen Fäden offen chirurgisch End-zu-End vernäht werden. Dies meistens im Rahmen eines Sprunggelenkverrenkungsbruches (Luxationsfraktur), bei welchem auch eine Knöchelfraktur stabilisiert werden muss.

Chronische Bandinstabilitäten müssen mittels Bandraffungen oder über Fadenankersysteme befestigt werden. Am Innenband ist diese Technik sehr einfach und übersichtlich. Am Spring-Ligament hat der Fußchirurg jedoch eine schlechte Übersicht durch die anatomische Enge. Die Naht ist hier deutlich komplizierter.

Nachbehandlung

Nach einer Innenbandrekonstruktion muss das Sprunggelenk für 4-6 Wochen in einem Unterschenkelwalker ruhiggestellt werden.