Schmerzen im Bereich des Außenknöchels

Aussenbandinstabilität – Peronealsehnenläsion – Nervus peroneus superficialis


Aussenbandinstabilität

Allgemeine Information

Die akute Aussenbandverletzung des oberen  Sprunggelenkes ist eine der häufigsten Sportverletzungen des menschlichen Körpers. Der sogenannte Aussenbandkomplex besteht aus vier Bändern, wobei bei Verrenkungen meistens nur das vordere Aussenband zerreißt. Fast alle Akutverletzungen der Bänder am Sprunggelenk  werden konservativ behandelt. Nur Patienten mit Kombinationsverletzungen, hoher Gelenkinstabilität oder sehr aktive Sportler / Leistungssportler erhalten eine umgehende chirurgische Versorgung.

Ursachen

Heilt die akute Bandverletzung nicht ideal aus, kann sich eine chronische Instabilität entwickeln. Der Patient bemerkt die Instabilität im Alltag auf unebenen Böden oder beim Sport durch häufiges Umknicken.

Operationsverfahren

Die bewährteste Methode der Stabilisierung ist die anatomische Bandrekonstruktion nach Broström/ Gould. Hierbei wir das geschwächte und ausgedünnte vordere Aussenband durch einen „Abnäher“ gedoppelt und mit kräftigen Fäden zweischichtig wieder mit sich selbst vernäht. Die Langzeitergebnisse sind sehr gut.

Nachbehandlung

Der Fuß wird nach der Operation in einem Unterschenkelgips in leichter Aussenkippung ruhiggestellt, damit die Bandnaht ohne Spannung vernarben kann. Anschließend erhält der Patient für weitere vier Wochen einen Gehstiefel (Walker) in Teilbelastung an Gehstützen. Nach 12 Wochen können erste sportliche Aktivitäten wieder aufgenommen werden.

Peronealsehnenläsion

Allgemeine Information

Hinter dem Aussenknöchel verlaufen zwei sehr kräftige Wadenmuskelsehnen, die Peronealsehnen. Wie alle Sehen können auch diese erkranken. Typischerweise handelt es sich um hier Entzündungen/ Reizungen, degenerative Längsrisse oder Instabilitäten/ Luxationen.

Ursachen

Degenerative Längsrisse betreffen meistens die lange, die Peroneus longus-Sehne. Ursächlich können Überlastungen, Fehlbelastungen, Fußfehlstellungen, aber auch Grunderkrankungen, wie die Rheumatoide Arthritis, sein. Ebenso gibt es anatomische Besonderheiten, wie z.B. eine störende, vergrößerte Knochenkante des Fersenbeins, das Tuberculum peroneale oder eine gutartige Knochenanlage in der Sehne, das Os peroneale.

Instabilitäten/ Luxationen betreffen meist junge und aktive Patienten. Die beiden Sehnen verlaufen hinter dem Aussenknöchel in einer knöchernen Rinne, stabilisiert durch eine Bindegewebswand. Als Veranlagung liegt meist eine flache Rinne oder eine in sich schwaches Bindegewebsband vor. Selten kommt es zur traumatischen Zerreißung dieses fibrösen Gewebes.

Traumatische Zerreißungen der einzelnen Sehnen sind selten und kommen nur bei erheblichen Krafteinwirkungen auf den Fuß vor.

Operationsverfahren

Erkrankungen der Peronealsehnen könne durchaus zunächst konservativ behandelt werden. Je nach Diagnose kommen Tapeverbände, Orthesen, Physiotherapieübungen, Sportanpassung, Einlagenanpassung und Medikamente in Betracht. Erst bei einem starken Leidensdruck sollte operativ behandelt werden.

Als OP Methoden kommen folgende Eingriffe in Betracht:

– Fortlaufende Längsnaht der Längsrisse

– Seit–zu-Seit- Naht der Sehnen aneinander, dies nur wenn der Riss zu groß ist

– Abtragung des knöchernen Überstandes am Fersenbein:
Tuberculum peroneale

– Stabilisierung der Sehnen hinter dem Aussenknöchel bei Luxationen

Bei der Stabilisierung der Sehnen bei Luxationen muss das flache Sehnenlager knöchern so rekonstruiert werden, dass eine neu ausreichend konkave Rinne entsteht. Hierzu muss das Ende des Wadenbeines mittels Bohrungen ausgehölt werden und die äußere Knochenwand verschoben werden. Zusätzlich wird dann die Bindegewebswand neu fest vernäht.

Nachbehandlung

Alle OP Verfahren benötigen eine Ruhigstellung im Gips mindestens für 14 Tage. Gefolgt von weiteren 6 Wochen Stabilisierung im Stiefel.

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Nervus peroneus superficialis

Allgemeine Information

Das Syndrom des Nervus peroneus superficialis ist sehr selten. Es handelt sich um die Irritation des seitlichen Unterschenkelnervens. Es imitiert häufig eine Pseudo-/ Bandscheibensymptomatik und führt nicht selten auf falsche diagnostische und therapeutische Wege des Behandlers. Vor einer Operation am Nervus peroneus superficialis müssen somit alle Differentialdiagnosen ausgeschlossen werden, wie z.B. Bandscheibenschäden mit Nervenwurzelsyndrom L5 -S1, Muskelverletzungen des Unterschenkels, kleinere Muskelvenenthrombosen und polyneuropathische Erkrankungen, aber auch Knorpel- und Aussenbandverletzungen des oberen Sprunggelenkes.

Ursachen

Das Nervus peroneus superficialis Syndrom ist eine Einklemmung des seitlichen Unterschenkelhautnervens beim Übergang von seinem tiefen Verlauf (subfaszial) in den überflächigen Verlauf (epifascial). Beim Durchtritt durch eine starre Bindegewebswand (Faszie) kann es zur Nerveneinklemmung kommen. Auch übermäßige Muskelverdickung oder traumatische Sprunggelenk/- Unterschenkelverrenkungen können den Nerven in seiner Enge irritieren.

Die Beschwerden sind brennende, stechende Schmerzen im seitlichen Unterschenkel, die sich über das seitliche Sprunggelenk bis zur Fußaußenkante hinziehen können.

Operationsverfahren

Vor einer Freilegung (Neurolyse) kann eine Probeinfiltration mit einem Schmerzmittel/ Lokalanästhetikum sehr hilfreich sein.

Der Nervendurchtritt am oberen/ mittleren Unterschenkeldrittel wird markiert, die Haut längs gespalten, der Nerv in seinem oberflächigen Verlauf dargestellt und dann körperwärts verfolgt. Die Durchtrittsstelle wird großzügig eingekerbt (inzidiert) und in der Tiefe nicht wieder verschlossen. Es wurde nur die Haut wieder vernäht. Der Nerv hat nun gut Platz in der Tiefe.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung richtet sich nach der Schnittgröße. Bis zur abgeschlossenen Wundheilung nach etwa 14 Tagen, sollte eine Überbelastung des Unterschenkels vermieden werden. Orthesen oder Ähnliches sind nicht erforderlich. Eine Erholung des Nervens dauert sehr lange und kann sich über Monate hinziehen. Kommt es zu keiner Linderung der Beschwerden, so war die Schädigung schon zu stark fortgeschritten.